Hotelbuchhaltung führt die finanziellen Vorgänge eines Hotels zusammen: erbrachte Leistungen, Rechnungen, Zahlungen, Ausgaben und offene Forderungen. Ihre betriebliche Vorbereitung beginnt an der Rezeption, im Restaurant und beim Rechnungseingang. Erst wenn diese Informationen zusammenpassen, können Buchhaltung und Steuerberatung sie nachvollziehbar weiterbearbeiten.

Im Hotel liegen die Angaben häufig in mehreren Systemen. Die Hotelsoftware zeigt einen Aufenthalt, das Kartenterminal eine Zahlung und das Bankkonto eine spätere Auszahlung. Das sind unterschiedliche Nachweise für zusammenhängende Vorgänge. Wer sie sauber zuordnet, erkennt fehlende Unterlagen und ungeklärte Differenzen früher.

Was macht die Buchhaltung in der Hotellerie besonders?

Mehrere Leistungsbereiche: Ein Gast kann Übernachtung, Frühstück, Restaurant, Parkplatz und eine Veranstaltung auf einer Rechnung bezahlen. Für die betriebliche Auswertung muss erkennbar bleiben, welcher Erlös zu welchem Bereich gehört. Ein Branchenkontenrahmen kann solche Bereiche getrennt abbilden; die passende Einrichtung wird mit der zuständigen Buchhaltung und Steuerberatung abgestimmt. DATEV erläutert die branchenspezifische Aufteilung für Hotels und Gaststätten.

Mehrere Zahlungswege: Bargeld, Kartenzahlung, Überweisung und die Abrechnung über ein Buchungsportal benötigen jeweils passende Nachweise. Eine Sammelauszahlung kann mehrere einzelne Zahlungen enthalten. Gebühren, Erstattungen und zeitliche Unterschiede müssen bei der Klärung nachvollziehbar bleiben.

Mehrere Zeitpunkte: Buchung, Anzahlung, Aufenthalt, Rechnung und Geldeingang können in unterschiedlichen Monaten liegen. Dokumentieren Sie diese Daten getrennt. Welche buchhalterische oder steuerliche Behandlung daraus folgt, entscheidet die dafür zuständige Fachstelle.

Viele beteiligte Personen: Rezeption, Küche, Restaurant, Einkauf und Leitung liefern unterschiedliche Teile derselben Unterlagenkette. Es hilft wenig, nur die Ablage zu verbessern, wenn niemand für eine fehlende Kostenübernahme oder einen ungeklärten Zahlungsnachweis zuständig ist.

Auch Softwareanbieter behandeln die Trennung zwischen Umsatzdaten, Rechnungsdaten, offenen Posten und Abschlussberichten als eigene Arbeitsschritte. Welche Exporte dafür geeignet sind, hängt vom eingesetzten System ab. Beispiel einer gegliederten Systemdokumentation: ASA HOTEL.

Welche Unterlagen gehören zu welchem Vorgang?

VorgangBetriebliche UnterlagenFrage vor der Weitergabe
Aufenthalt und ZusatzleistungenReservierungs- oder Vorgangsnummer, Leistungsdaten, Rechnung und gegebenenfalls KorrekturSind Leistungen, Zeitraum und Rechnungsempfänger nachvollziehbar?
KartenzahlungZahlungsreferenz, Terminal- oder Anbieterbericht, Auszahlungsnachweis und BankeingangIst erkennbar, welche Zahlung in welcher Auszahlung enthalten ist?
BarzahlungKassenbeleg und die vereinbarten Tagesabschluss-UnterlagenStimmen die dokumentierten Vorgänge mit dem betrieblichen Kassenablauf überein?
BuchungsportalReservierung, Abrechnung, gegebenenfalls Provisionsbeleg und AuszahlungWer hat den Gast belastet, und welcher Nachweis erklärt den Bankeingang?
Anzahlung oder GutscheinUrsprungsbeleg, Referenz, zugehörige Reservierung und dokumentierte Einlösung oder ErstattungBleibt die Verbindung zum späteren Vorgang erhalten?
FirmenrechnungRechnung, Kostenübernahme, vereinbartes Zahlungsziel und ZahlungseingangWer schuldet welchen Betrag, und was ist noch offen?
LieferantRechnung, Bezug zum Auftrag oder Wareneingang und interne PrüfnotizIst die Leistung sachlich geklärt, oder fehlt eine Freigabe?

Die Tabelle ist eine organisatorische Orientierung. Sie ersetzt keine individuelle Festlegung von Aufzeichnung, Aufbewahrung oder steuerlicher Behandlung.

Warum sind Umsatz, Rechnung und Zahlung nicht dasselbe?

Ein Umsatzbericht beantwortet eine andere Frage als eine offene Rechnung oder ein Kontoauszug. Der Umsatzbericht ordnet Leistungen zu. Die Rechnung dokumentiert die Abrechnung. Der Zahlungsnachweis zeigt, was tatsächlich bezahlt oder ausgezahlt wurde.

Vereinfachtes, frei erfundenes Rechenbeispiel: Ein Hotel weist für einen betrachteten Vorgang 1.000 Euro abgerechnete Leistungen aus: 800 Euro Zimmer und 200 Euro Restaurant. Nach den zugehörigen Zahlungsnachweisen wurden 600 Euro per Karte und 200 Euro bar beglichen; 200 Euro stehen als Firmenforderung offen. Für die Kartenzahlungen werden 588 Euro auf das Bankkonto ausgezahlt, weil der Anbieter 12 Euro Gebühren einbehalten hat.

Die Prüfung verbindet deshalb zwei Rechnungen: 600 + 200 + 200 = 1.000 Euro abgerechnet; 588 + 12 = 600 Euro Kartenbetrag. Die 200 Euro offene Forderung sind kein bereits eingegangenes Geld. Die 12 Euro Differenz sind in diesem Beispiel durch die Anbieterabrechnung erklärt. Ohne diesen Beleg wären sie ein offener Klärungspunkt. Die Zahlen zeigen nur die Zuordnung, keine steuerlichen Buchungssätze oder tatsächlichen Kundenergebnisse.

Die einzelnen Prüfschritte erläutert der Ratgeber zum Zahlungsabgleich zwischen PMS, Kartenterminal und Bank.

Was sollte täglich, wöchentlich und monatlich passieren?

Legen Sie den Rhythmus passend zu Ihrem Betrieb und den Anforderungen Ihrer Buchhaltung fest. Ein möglicher organisatorischer Ausgangspunkt:

RhythmusAufgabe im BetriebGreifbares Ergebnis
TäglichAbschlussunterlagen sichern, ungeklärte Zahlungen und fehlende Rechnungsangaben markierenVollständiger Tagesordner und eine offene-Punkte-Liste
WöchentlichFehlende Belege nachhalten, Firmenforderungen und Anbieterabrechnungen zuordnenWeniger ungeklärte Vorgänge und benannte Verantwortliche
MonatlichVereinbarte Exporte bereitstellen, Vollständigkeit prüfen und Rückfragen bündelnGeordnete Übergabe mit dokumentierten Ausnahmen

Offene Punkte brauchen jeweils eine Vorgangsnummer, die konkrete Lücke, eine zuständige Person und einen nächsten Termin. „Buchhaltung klären“ ist als Aufgabe zu ungenau. „Auszahlungsbeleg zu Vorgang 104 fehlt; Rückfrage an die benannte Person bis zum vereinbarten Termin“ lässt sich bearbeiten.

Für die eigentliche Monatsübergabe gibt es bereits die ausführliche Checkliste zur Buchhaltungsvorbereitung und zum Monatsabschluss. Dieser Grundlagenartikel erklärt die Zusammenhänge; die Checkliste führt durch die Unterlagenkontrolle.

Wer ist wofür zuständig?

Die Mitarbeitenden im Betrieb dokumentieren Leistungen und Besonderheiten dort, wo sie entstehen. Die Leitung benennt Freigaben, Ansprechpartner und Entscheidungsgrenzen. Ein internes oder externes Backoffice kann vereinbarte Unterlagen sammeln, sortieren, fehlende Angaben nachhalten und die Übergabe vorbereiten.

Steuerliche Bewertungen, Steuererklärungen und Jahresabschlüsse gehören zu den dafür befugten Fachstellen. Ob und in welchem Umfang laufende Buchungen übernommen werden können, muss im konkreten Auftrag anhand der Tätigkeit und der erforderlichen Qualifikation geklärt werden. Eine geordnete Belegablage ersetzt diese Prüfung nicht. Die gesetzlichen Ausnahmen sind im Steuerberatungsgesetz, § 6, geregelt.

ROCA unterstützt Hotels und Gastronomiebetriebe bei Belegorganisation, Rechnungserstellung und vorbereitender Buchhaltung. Der Buchhaltungsservice beschreibt die Aufgaben und Grenzen. Die Zusammenarbeit mit Ihrer bestehenden Steuerberatung bleibt erhalten.

Häufige Fehler bei der Vorbereitung

Nur den Bankeingang weitergeben: Ohne zugehörige Abrechnung bleibt unklar, welche Einzelvorgänge und Gebühren enthalten sind. Geben Sie die Verbindung zwischen Zahlung, Auszahlung und Bankbeleg mit.

Korrekturen ohne Bezug ablegen: Eine Gutschrift oder Erstattung sollte zum ursprünglichen Vorgang auffindbar sein. Ein Dateiname allein erklärt den Anlass oft nicht.

Verantwortung erst am Monatsende klären: Fehlende Angaben lassen sich näher am Vorgang meist leichter zuordnen. Benennen Sie die zuständige Person beim Erfassen der Lücke.

Jeden Export ungeprüft übernehmen: Stimmen Zeitraum und Filter? Enthält die Datei Umsatz-, Rechnungs- oder Zahlungsdaten? Halten Sie fest, was ein Export tatsächlich zeigt, bevor Sie ihn mit anderen Zahlen vergleichen.

Fragen zur Buchhaltung im Hotel

Reicht die Hotelsoftware für die Buchhaltung aus?

Das hängt von den Funktionen und Schnittstellen ab. Reservierungs- und Rechnungsdaten allein erklären nicht automatisch alle Lieferantenbelege, Bankbewegungen und Anbieterabrechnungen. Klären Sie mit Ihrer Buchhaltung, welche Daten aus der Hotelsoftware kommen und welche Unterlagen zusätzlich benötigt werden.

Kann ein kleines Hotel die Vorbereitung ohne eigene Buchhaltungsabteilung organisieren?

Ja, wenn Aufgaben, Ablage und Übergaben klar festgelegt sind. Beginnen Sie mit einem abgegrenzten Ablauf, etwa dem Rechnungseingang oder der Vorbereitung von Zahlungsnachweisen. Ob externe Unterstützung passt, lässt sich anhand des tatsächlichen Vorgangsvolumens prüfen.

Was sollte vor einer Auslagerung feststehen?

Aufgabe, Ergebnis, Datenquellen, Berechtigungen, Ansprechpartner und Freigaben. Definieren Sie auch, welche Entscheidungen beim Betrieb und welche bei der Steuerberatung bleiben. Der Ablauf steht unter So arbeitet ROCA.